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Eine Zeitreise

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50 Jahre TAV

Der TAV gestern und heute
Vom Ziehbrunnen zur Druckleitung – eine Zeitreise

Ohne Wasser gibt es kein Leben. Trinkwasser ist kostbar und in unserer Region ausreichend vorhanden. Wir brauchen nur ein wenig am Hahn zu drehen. Das war nicht immer so. Zu Beginn des 20sten Jahrhunderts schöpften die Menschen Wasser aus offenen Ziehbrunnen und transportierten das kostbare Nass mit Eimern und Kiepen in ihre Wohnungen. Der Aufbruch in das Zeitalter der modernen Wasserversorgung begann in der Obergrafschaft 1904. In Bentheim wagten Mutige den Bau eines Brunnens am Möllenkamp und schlossen den ersten Vertrag zum Aufbau einer Trinkwasserversorgung mit der aus Berlin stammenden Continentalen Gas- und Wasserwerke AG.

Von 1906 bis 1908 wurden in Bentheim ein Wasserturm und das Wasserwerk errichtet, gleichzeitig begann der Netzausbau. Die laut Bürgermeister Meyeringh „neue kulturelle Errungenschaft“ versorgte 1907 bereits 100 Haushalte in Bentheim mit Trinkwasser. Im Jahr 1913 wurde dann Gildehaus an das Netz angeschlossen.

 

Anfang des 20sten Jahrhunderts war die tägliche Wasserbeschaffung ein hartes Stück Arbeit. Die Menschen schöpften Wasser aus offenen Ziehbrunnen und transportierten das kostbare Nass mit Eimern und Kiepen in ihre Wohnungen.

Immer mehr Menschen verlangten in dieser Zeit nach sauberem Trinkwasser. Der Netzausbau schritt voran und weitere Brunnenbohrungen zur Trinkwassergewinnung waren zur Deckung des Bedarfs erforderlich. Das geförderte Wasser wurde über Filterbecken und Reinwasserbehälter in den Bentheimer Wasserturm gepumpt und von dort in das Netz eingespeist. Schmunzelnd sprach man vom „Evermanschen Kloaren“, wenn vom Trinkwasser die Rede war. Namensgeber war der erste Wasserwerksmeister und Visionär Heinrich Evermann. Über eine Leitung im freien Gefälle gelangte das Wasser vom Bentheimer Wasserturm im Jahr 1928 in das ca. 35 m tiefer liegende Schüttorf.

Später gingen die Anlagen auf die „Brandenburgische Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke AG“, Hannover, über. Die Anlagenteile beschränkten sich auf ein Wasserwerk in Bad Bentheim (Baujahr 1907), vier Brunnen und 65 km Leitungsnetz.

Der 39 m hohe Wasserturm, mit einem Reservoir von 200 m³, wurde 1907 erbaut. 1980 wurde er, samt Grundstück, für eine Mark verkauft und abgerissen.

 

Dann, um 1959, der Einbruch: Wasserknappheit in der Obergrafschaft! Das Wasserwerk in Bad Bentheim war mit dem bis dahin stetig gestiegenen Bedarf an frischem Trinkwasser durch anhaltende Trockenheit überfordert und konnte den Bedarf nicht mehr decken. Aufrufe zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser, besonders zum Rasensprengen und Autowaschen, sollten einer weiteren Verknappung entgegenwirken. In Schüttorf sprach man sogar von einem Notstand, denn hier war die Lage zusätzlich durch verkrustete Gusseisenrohre besonders kritisch.

1959 kündigten die Wasserwerksbetreiber in Bentheim den Vertrag mit der „Brandenburgischen Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke AG“. Am 1. April 1963 erfolgte die Gründung des Wasserbeschaffungsverbandes Obergrafschaft Bentheim und Umgebung in der Rechtsform eines Wasser- und Bodenverbandes mit Standort in der Geiststraße 10 in Schüttorf. Dieser übernahm ab dem Zeitpunkt die Wasserversorgung im 309 km² großen Versorgungsgebiet.

Um eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser in den angeschlossenen Gebieten auch für die Zukunft sicherzustellen, wurden danach weitere wichtige Maßnahmen ergriffen. Besonders hervorzuheben ist hier der Bau zweier Wasserwerke, Ahlde und Hagelshoek, die über ausreichend Kapazitäten verfügen.

 

1964/65 wurde das Wasserwerk in Ahlde errichtet und 1985 mit dem Bau des Wasserwerkes in Hagelshoek begonnen. Fast zeitgleich mit dessen Fertigstellung im Jahr 1986 nahm Friedrich Evermann das Wasserwerk Bentheim vom Netz.

1999 ein weiterer Meilenstein: Der Wasserbeschaffungsverband Obergrafschaft Bentheim und Umgebung übernahm die Schmutzwasserentsorgung in den Mitgliedsgemeinden Bad Bentheim, Schüttorf und Salzbergen. Zudem erfolgte auch die Umbenennung in „Trink- und Abwasserverband Bad Bentheim, Schüttorf, Salzbergen und Emsbüren“ (TAV).

In den folgenden Jahren entwickelte der TAV ein Abwasserkonzept und setzte dieses Stück für Stück um. Der vorläufige Höhepunkt war der Abschluss der Modernisierungstätigkeiten der Kläranlage in Schüttorf 2010. Dieser wurde mit einem „Tag der offenen Tür“ und einem gelungenen Event für die Bürger begangen. Seit 2009 gehört auch die Niederschlagswasserbeseitigung in Bad Bentheim zu den Aufgaben des TAV.

Seit dem Umzug 2011 befindet sich das Unternehmen gemeinsam mit den
Stadtwerken Schüttorf · Emsbüren
in einem gemeinsamen Verwaltungsgebäude an der Quendorfer Straße 34 in Schüttorf. Hier vereinen sich somit „unter einem Dach“ alle Bereiche rund um die Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung und die Energieversorgung. Kurze Wege also für unsere Kunden, denen an diesem Standort auch ein großzügiges und kompetent besetztes Servicecenter zur Verfügung steht.

Aktuell sind beim TAV 35 Mitarbeiter beschäftigt, davon 21 im Trinkwasserbereich und in der allgemeinen Verwaltung sowie 14 im Abwasserbereich. Eine recht überschaubare Zahl, wenn man das weitreichende Versorgungsgebiet von 309 km² mit über 40.000 Einwohnern bedenkt und die zahlreichen Aufgaben, die mit der ständigen Kontrolle, Überwachung und Wartung der Anlagen und der Wasserqualität im Zusammenhang stehen.

Versorgungsgebiet
Bad Bentheim, Samtgemeinde Schüttorf, Salzbergen und Emsbüren Ortsteil Ahlde
Größe: 309 km²
Einwohner: 40.000

Trinkwasser
Hausanschlüsse Trinkwasser: 13.500
Rohrnetzlänge Trinkwasser: 580 km
Wasserwerke: 2 Standorte
Druckerhöhungsstation: 1 Station

Abwasser
Rohrnetzlänge Schmutzwasser: 310 km
Rohrnetzlänge Niederschlagswasser: 90 km
Kläranlagen: 4 Standorte

Bei den oben genannten Maßen und Zahlen handelt es sich um ungefähre Werte.

 

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